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Jeder Steppke schnappte sich eine Kiste, Ralph-Uwe Lange packte die Druckerpresse auf einen Bollerwagen – und dann ging der Umzug der Grimmaer Buchkinder auch schon los. Die Strecke konnte Donnerstagnachmittag leicht zu Fuß bewältigt werden, denn vom Awo-Freizeittreff „Fritz” bis zum Stadtgut waren es nur wenige Schritte. Der Leipziger Freundeskreis Buchkinder e.V. führt sein Projekt der „Mobilen Druckwerkstattnoch bis zum Jahresende in dem attraktiven Gewölberaum im Stadtgut fort. 

Seit Anfang des Jahres fand der Verein mit seinem Angebot freie Unterkunft im „Fritz”. Wie berichtet, überlegen sich die Mädchen und Jungen unter fachkundiger Anleituog eigene Geschichten, die dank der mobilen Presse umgebend mit Linolschnitt-Bildem versehen werden. Am Ende entsteht daraus ein richtiges Buch. Nach Angaben von Projektleiter Lange erhält der Leipziger Verein in diesem Jahr für die Druckwerkstatt 34.000 Euro vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur. In der zweiten Jahreshälfte fließ  das Geld nicht mehr nur in das Grimmaer Angebot sondem auch in einen Kurs in der Wurzener Grundschule an der Sternwarte. 

Von anfänglich elf ist die Teilnehmerzahl in Grimma auf 18 Kinder angewachsen. Platz ist aber für 30 Mädchen und Jungen im Alter von 6 bis 12,.so dass der Verein interessierte Eltem aufruft, ihren Sprössling anzumelden. Möglich ist das in der Geschaftsstelle des Freundeskreises Buchkinder unter Telefon 0341/30681993. Oder man schaut donnerstags im Stadtgut in der Leipziger Straße 5 vorbei: Die Kinder des ersten Kurses arbeiten von 14 bis 15.30 Uhr an ihren Geschichten, der zweite Kurs findet im Anschluss bis 17 Uhr statt. Lange unterstreicht: „Wir haben noch freie Kapazitäten.“ Der 61-Jährige ist der Stadt Grimma dankbar, dass sie dem Freundeskreis das Stadtgut zur Verfügung stellt. Der Mietvertrag, der bis zur Jahresende reicht ist inzwischen unterschrieben, der Verein muss nur für die Betriebskosten aufkommen. Zuvor hatte hier die „urania“ ihr Domizil. 

Buhbkinder-lnitiator Lange lädt ehrenamtlich Aktive ein, den Raum mit zu. nutzen. „wir sind ja nur donerstags hier und würden gern, dass auch andere Menschen im Stadtgut mit Kindern arbeiten.“ . Er stelle sich einen Kinder-Kultur-Raum vor, so der 61-Jährige. Und er hofft, dass das Buchkinder-Projekt weitergeben wird, wenn. sich der Freundeskreis im nächsten Jahr aus der Muldestadt zurück zieht. Dazu müssen sich jedoch ehrenamtliche Mitstreiter finden .“Grimma soll ein Buchkinder-Standort bleiben”, bekräftigt Lange. “Wir wünschen uns, dass sich Leute aus Grimma und Umgebung das nötige Rüstzeug holen, um das Projekt fortzuführen.“

Der Verein erhält die Förderung immer Standort gebunden für einen bestimmten Zeitraum. Falls es im nächsten Jahr wieder eine Zuwendung geben sollte, will er sein Angebot nach Colditz tragen. 

Text: LVZ 31.08.2019, Frank Prenzel
Foto: Thomas Kube